Förderverein Schloss und Park Lauterbach e. V.
Förderverein Schloss und Park Lauterbach e. V.

Lauterbacher Kamingespräche von 2010 bis 2016

2016

zu Gast: Generalinspekteur der Bundeswehr a. D. Hans Peter von Kirchbach

Wer hätte gedacht, dass der Mann, der Deutsche Geschichte mit schrieb, ein Nachfahre des Erbauers von Schloss Lauterbach ist?

 

Um 1700 errichtete Hans Gustav von Kirchbach das schlichte zweigeschossige „Ur“- Schloss als künftigen Adelssitz auf dem Grundstück seines Vaters Jonas, der das Rittergut Lauterbach am 13. Dezember 1656 erwarb. Hier ist der Ausgangspunkt des Adelsgeschlechtes derer von Kirchbach, denn Urahn Jonas wurde kurz nach dem Kauf von  „Lauterbach“ in den Adelsstand erhoben. Die Familie lebte dann jedoch nur knapp zwei Generationen hier.

 

Mehr als 300 Jahre und viele Generationen später treffen wir nun im Schloss Lauterbach auf Hans Peter von Kirchbach. Der 75jährige Nachfahre mit dem „Hans“ im Namen - wie er selbst einmal scherzhaft sagte - lebt in Potsdam. Er kann wahrlich auf ein interessantes und bewegtes Leben zurückblicken:

 

Seine berufliche Karriere startete H. P. v. Kirchbach als Offizier in der Bundeswehr, wo er im Rahmen seiner Laufbahn auch hohe Ämter bekleidete.

 
Nach der „Wende“ war er maßgeblich an der Zusammenführung der Bundeswehr mit der Nationalen Volksarmee in den „neuen Ländern“ beteiligt. Was er damals hier vorfand, waren Soldaten, die in ärmlichen Verhältnissen hausten. Die Disziplin war aus den Fugen geraten. Das militärische Gerät jedoch sei vorbildlich gut in Schuss gewesen. Nur menschlich habe eben vieles im Argen gelegen.

Von Kirchbach erinnert sich: „Manches bewegte sich schon am Rande der Meuterei“.

Da die Überführung der NVA-Truppenteile in die Bundeswehr mit einer einschneidenden Reduzierung der Mannschaftsstärke verbunden war, mussten auch viele Militärs in zivilen Berufen untergebracht werden.

 

Als v. Kirchbach 1997 zum Katastrophenbekämpfung während der Oderflut den Einsatz von 30.000 Soldaten führte, funktionierte die zusammengeführte Armee reibungslos.

In der Öffentlichkeit bekannt wurde Hans Peter von Kirchbach nun als „Held von der Oder“.

 

Zum Generalinspekteur der Bundeswehr berief man ihn auf Vorschlag von Helmut Kohl 1998. Allerdings geriet der geradlinige Berufssoldat nach dem anstehenden Regierungswechsel bald mit dem neuen Verteidigungsminister Rudolf Scharping über Kreuz und ließ sich in den einstweiligen Ruhestand versetzen.

 

Der Ruhestand bedeutete aber für Hans Peter von Kirchbach nicht wortwörtlich „Ruhe“.

Als Rechtsritter des Johanniterordens setzte er sich für die die Johanniterunfallhilfe ein, deren  Präsident er bis November 2013 war. Er engagiert sich aber auch noch im Verband Christlicher Pfadfinder.
Hans Peter von Kirchbach ist Präsident des Fördervereins des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden.
Man findet ihn auch oft in der Natur oder auf dem Pilgerpfad.
Seine Pilgertour auf dem Jakobsweg fand am 6. September 2016 in Santiago de Compostela den Abschluss.

 

Bis Oktober 2016 war er sogar Obmann des großen mittlerweile in ganz Deutschland und der Schweiz verzweigten Familienverbundes derer von Kirchbach.

Nun führt ein jüngeres Familienmitglied den Verbund an: Friedrich von Kirchbach.

Hans Peter von Kirchbach antwortet auf die Frage: „Warum haben Sie dieses Amt nicht weitergeführt?“ „Man muss gehen, solange es noch viele bedauern.“

 

Die musikalische Umrahmung des Gespräches gestalten Schülerinnen und Schüler der Musikschule Großenhain.

2015

zu Gast: Die Diplomrestauratorinnen Alexia Stern und Maxi Einenkel

Die barocken Wandtapeten von Schloss Lauterbach

Die Gäste des Kamingespräches, unter ihnen auch der Oberbürgermeister der Stadt Großenhain, Dr. Sven Mißbach, waren gekommen, um einzutauchen in eine längst vergangene Zeit von Schloss Lauterbach, eine Zeit, in der noch ölbemalte Wandbespannungen die Wände der Repräsentationsräume des barocken Gebäudes zierten.


Zu Gast bei Moderator Gerd Werner waren die Diplomrestauratorinnen Alexia Stern und Maxi Einenkel, um von Ihrer interessanten Arbeit zu berichten.

Kaffee und selbstgebackener Kuchen verwöhnten die Gaumen der Gäste.
Schnell verzehrt war der leckere Limonenkuchen, gebacken von Vereinsmitglied Anja Baronner. Die Limonen stammten direkt aus Limone am Gardasee. Hier wohnt der Nachfahre derer von Palm, der Baron von Ehrenstein-Rouvroy, der den Baronners, die hier ihren Urlaub verbrachten, die köstlichen Früchte für den Kuchen mit nach Hause gab.

Stielvoller Wandschmuck von vornehmer Wirkung war im 18. Jahrhundert in den Wohngemächern feiner Herrschaften üblich.
So waren im Gartensaal des Schlosses einst Wandbespannungen mit dekorativen Landschaftsbildern und Schäferszenen zu bewundern, die wie Ölgemälde wirkten.
Auch im Musiksalon und im Herrenzimmer befanden sich Wandbespannungen, teils mit auf Leinwand in Öl gemalten Jagd und Fischereiszenen und Landschaften, teils aus Seide bestehend mit breit gewebten Goldborten verziert.
Die Wandbespannungen im Damenzimmer waren aus Leinwand mit in Öl gemalten Motiven auf gelbem Grund, rhombisch aufgeteilt mit einem Blumenstrauß in jedem Feld.

Als das Schloss 1945 in Volkseigentum überging wurden die Tapeten von Gartensaal und Damenzimmer nach Schloss Moritzburg ausgelagert. So lagern sie nun schon mehrere Jahrzehnte dort.

Alexia Stern, die Diplomrestauratorin aus Plauen betreibt mittlerweile zusammen mit Maxi Einenkel erfolgreich ein eigenes Atelier in Leipzig mit dem Schwerpunkt Gemälderestaurierung und Kopie. Sie machte im Jahr 2011 die Tapeten aus dem Damenzimmer von Schloss Lauterbach zum Gegenstand einer Seminararbeit.

Dabei waren Bestandserfassung, Zustandserhebung und Konservierungsversuche Gegenstand ihrer Forschungen.
Sie musste dabei feststellen, dass sich die auf Rollen gelagerten Tapeten in einem sehr schlechten Zustand befinden. Alte Wasserschäden und Schimmelbildung setzten den eingelagerten barocken Wandbespannungen immer mehr zu. Sie sind nur zu retten, wenn eine baldige Restaurierung erfolgen könnte. Das würde immense Summen kosten, die der Förderverein allein nicht auftreiben kann.

Für Alexia Stern und Maxi Einenkel wäre es eine wundervolle Aufgabe, eines Tages die Bildtapeten von Schloss Lauterbach restaurieren zu können.


Man findet die „Handschrift“ der beiden Frauen zum Beispiel auch im Fürstenzimmer auf der Festung Hohensalzburg, im Schloss Moritzburg bei Dresden und im Schloss Schönbrunn in Wien. www.kunstwerk-restaurierung.de

Ein herzliches Dankeschön den Schülerinnen der Musikschule Großenhain Pauline Zeiske und Lisa Mieskes. Sie haben der Veranstaltungen mit ihrem zauberhaften Violinenspiel einen wunderbaren Rahmen gegeben.

2013

zu Gast: Christoph Weinhold

Christoph Weinhold hat über Jahrzehnte die städtebauliche Entwicklung der Hansestadt Rostock mitgeprägt, davon lange Zeit in der Position des verantwortlichen Stadtarchitekten. Unter seiner Verantwortung wurde die durchdachte und zukunftsorientierte Stadt- und Verkehrsentwicklungsplanung von Rostock vielfach gewürdigt. So konnte Christoph Weinhold und sein Team u. a. Auszeichnungen als Bundessieger für eine optimale Erreichbarkeit von Zentren und Innenstädten entgegen nehmen. Heute blickt der 70jährige mit berechtigtem Stolz auf eine erfolgreiche Berufstätigkeit als Architekt und Stadtplaner zurück. Ein ganzes Buch wurde gerade unter seiner Mitwirkung über die schöpferische Arbeit für die Entwicklung der Hansestadt veröffentlicht.

Was aber verbindet Christoph Weinhold mit dem Schloss Lauterbach?

Die Antwort ist simpel. Christoph Weinhold ist ein echter Lauterbacher. Im Jahre 1943 wurde er als Sohn des letzten Gutsverwalters Albert Weinhold auf Lauterbach geboren. Sein Taufbild zeigt die stolzen Eltern mit dem Nachwuchs im Arm vor dem Spiegelteich des Schlosses. Die Bindung zur sächsischen Heimat hat Christoph Weinhold auch nach dem Dresdner Architekturstudium nie verloren.

Inzwischen ist er bereits seit einigen Jahren Mitglied des Lauterbacher Fördervereins. Anlässlich seines siebzigsten Geburtstages bat er nicht um ein Geschenk, sondern um eine Zuwendung für Schloss Lauterbach. 

Christoph Weinhold selbst konnte sich nicht mehr an seine Zeit in Lauterbach erinnern. War er doch erst zwei Jahre alt, als er mit seinen Eltern von hier fort zog.

Sehr wohl jedoch konnte sich ein ältere Einwohner von Lauterbach an Christoph Weinhold erinnern, den kleinen Jungen, der damals mit seiner Mutter zu Besuch kam. Der heute 84jährige erinnerte sich daran, wie seine Mutter, eine Näherin, von Frau Weinhold Arbeit entgegennahm, während er den kleinen Christoph an der Hand hielt.

Diese Begegnung war für Christoph Weinhold ein sehr emotionaler Moment, der wieder so etwas wie Heimatgefühl in ihm aufsteigen ließ. 

 

Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von Jeannine Zieschank (Weinböhla). Die Künstlerin begleitet die Kamingespräche auf Schloss Lauterbach von Anfang an. Ihre Gage spendet sie seitdem für die Erhaltung des historischen Ensembles.

2012

zu Gast: Christiane Riedel

3. Lauterbacher Kamingespräch mit:

Christiane Riedel: "Schloss Lauterbach und die Familie von Palm. Meine Spurensuche". Als direkte Nachfahrin der Familie von Palm ist sie natürlich auch eine prädestinierte Herausgeberin dieser Familiensaga.

Beinahe 200 Jahre (1735-1929) prägte die Familie von Palm die Entwicklung des Ortes Lauterbach und die der näheren Umgebung. Und dies offensichtlich mit viel Nachhaltigkeit, denn das Besucherinteresse am 3. Kamingespräch war ungemein hoch. Der Festsaal musste mit zusätzlichen Sitzgelegenheiten bestückt werden. Dem Publikum wurde Kurzweil, Spannung und umfangreiches Faktenmaterial geboten. Dazu beigetragen haben neben der Buchautorin auch der Linzer Heimatforscher Frank Schneider, der über eigene Erfahrungen im Umgang mit der Geschichte derer von Palm berichtete, sowie die Pianistin Jeannine Zieschank (Weinböhla) mit gekonnten musikalischen Einlagen.
Dem Förderverein ist es auch zu verdanken, dass den Besuchern der Veranstaltung neben Christiane Riedel weitere Nachfahren der Familie von Palm vorgestellt werden konnten: Heinrich von Ehrenstein (Meran/Italien), Dr. Sabine Gericke (Potsdam) und Dr. Harald Jancke (Berlin) waren der Einladung aus Lauterbach gefolgt und freuten sich über den wiederbelebten Familiensitz ihrer Vorfahren.
200 Exemplare der limitierten Auflage des Buches wurde an diesem Oktobersonntag dem Förderverein übergeben. Das Buch zum Preis von 17.90 € wird nicht im öffentlichen Handel angeboten. Der erzielte Erlös des Verkaufs der Bücher durch den Förderverein ist eine Spende der Familie Riedel zur weiteren Sanierung von Schloss und Park Lauterbach.

2011

zu Gast: Annemarie Naumann

"Lauterbacher Geschichten"

Die vom Förderverein herausgegebene Broschüre fasst 23 Episoden in einer 60seitigen Broschüre zusammen und wurde zum Kaminabend erstmalig öffentlich vorgestellt. Mit einfühlsam ausgewählter Musik begleitete Jeannine Zieschank-Dörfel (Weinböhla )die Veranstaltung.

"Lauterbacher Geschichten 1930-1945" enthält nicht nur die authentische Schilderung vom Leben der Leute in der Schlossgemeinde, sondern man erhält auch eine Vorstellung davon, wie sich das Rittergutes und das Schlosses Lauterbach in der Historie entwickelt haben.
Mit hoher Anteilnahme verfolgten die Besucher das Autorengespräch, brachten sich selbst mit Fragen und Erlebnisschilderungen ein und diskutierten noch lange nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung in kleinen Gruppen. Mit Staunen und Bewunderung wurden die vielen historischen Fotos im Buch betrachtet. Erinnerungen an lange Vergessenes wurden wach. Klassenkameraden und Jugendfreunde wurden wiedererkannt. Landschaftliche Veränderungen wurden bestaunt. Jeder Besucher bekam seine Broschüre - natürlich mit dem eigenhändigen Autogramm der Verfasserin.

2010 - erstes Kamingespräch

zu Gast: Roland Schwenke (Maler), Anna-Maria Reiß (Violine)

Im ersten Lauterbacher Kamingespräch am 31.10.2010 gab es vor dem interessierten Publikum spannende Einblicke in die Vergangenheit und Gegenwart der Repräsentationsräume des Schlosses. Sachkundig wurden gut recherchierte Verläufe und Hintergründe zur historischen Ausstattung vorgetragen. Eine wertvolle Hilfe waren dabei die Ergebnisse der Ahnenforschung von Christiane Riedel zur Geschichte ihrer Vorfahren aus der Familie von Palm.

Im Mittelpunkt standen auch Bilder, Tapeten und Mobiliar der Räume des Erdge-schosses und erstmalig in der Öffentlichkeit gezeigte Fotodokumente. Abgerundet wurde die informative Veranstaltung mit zwei lockeren Interviews. Gesprächspartner waren die junge Nachwuchskünstlerin Anna-Maria Reiß (Violine) aus Geißlitz sowie der Dresdner Maler und Kopist Roland Schwenke. Beide sind mit Schloss Lauterbach bestens vertraut. Roland Schwenke schenkte dem Förderverein die beiden monumentalen Porträts Habsburger Potentaten, die am 12.09.2010 öffentlich über den Kaminen des Festsaales enthüllt wurden. Anna-Maria Reiß weiß das Publikum und die Akustik des Festsaals sehr zu schätzen. Schon mehrfach legte sie Kostproben ihres Könnens auf Schloss Lauterbach ab. 

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